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Der zerbrochene Postwagen im thüringer Walde : humoristische Erzählungen / von Gustav Friedrichsohn
Entstehung
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Wir ſehen, daß der Commerzienrath ſich auf den Fall der Noth zu troͤſten wiſſen wird, und ſo laſſen wir ihn ruhig ſchlafen, um uns waͤhrend der Zeit mit Juliens Herzensangelegenheiten, die ein Maͤdchen von zwanzig Jahren doch nothwen⸗ dig haben muß, naͤher bekannt zu machen.

Vor einem halben Jahre noch wuͤrde Julchen ſich nicht ſehr geſtraͤubt haben, dem guten reichen Oheim zum Traualtare zu folgen; denn damals

war ihr Herz noch frei; ſeit dieſer Zeit aber hatte

ſie den jungen Landgerichts⸗Aſſeſſor Werner ken⸗ nen und, wie ſich das zuweilen trifft, auch lieben gelernt. Wernern war es mit ihr gerade ebenſo ergangen, und ſo konnte es nicht fehlen, daß die Leutchen beſchloſſen, ſich ſo bald als moͤglich zu heirathen. Das ſtand aber noch in weitem Felde denn der arme Aſſeſſor hatte zwar Arbeit vollauf/ aber ſeine Einnahme war ſo gering/ daß ſelbſt Julie erklaͤrte: davon koͤnne kein Ehepaar leben; und ſolch' eine Erklaͤrung will bei Liebenden, die immer von Luft und Liebe zu zehren hoffen, ge⸗ wiß viel bedeuten. i

Werners Eltern waren todt, und das wenige Vermoͤgen, das er von ihnen geerbt hatte, war auf Schulen und Univerſitaͤten bis auf einige