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Der zerbrochene Postwagen im thüringer Walde : humoristische Erzählungen / von Gustav Friedrichsohn
Entstehung
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Wollten mir der Herr Oberſt wohl die Glocke ge⸗ ben, die dort zu Ihren Fuͤßen liegt? ich Armer kann mich weder ruͤhren noch regen. Dieſer Wunſch war kaum erfuͤllt, als Gieshuͤbel mit al⸗ ler Kraft zu laͤuten anfing. Sogleich kam auch ein Bedienter, der den Befehl erhielt, dem Herrn ſein Zimmer zu zeigen, und ihm ſelbſt einen an⸗ deren Diener mit Licht herauf zu ſchicken.

Da ſaß der arme Patient wieder allein im Dunkeln, immer fuͤrchtend der Muſikus moͤchte zuruͤckkommen und ſeinen projektirten Angriff auf den Geldkaſten ins Werk ſetzen. Angſt und Schrecken hatten ſein Blut in Wallung gebracht und das Podagra tobte fuͤrchterlich. Endlich kam Johann mit Licht, und dieſer ſollte nun fuͤr alle Andere ausgezankt werden, haͤtte nur der Schmerz dem Commerzienrathe nicht die Bruſt zuſammen⸗ gezogen und die Luft benommen, die er noth⸗ wendig zum Schelten brauchte. Johann ſchien auch gar keine Luſt zu haben, ihre Ruͤckkehr ab⸗ zuwarten, und ſuchte ſich bei Seite zu druͤcken; aber des Herrn Glocke toͤnte ſobald er dazu Miene machte, und ſo blieb dem armen Schelme nichts uͤbrig, als geduldig dem Donnerwetter ent⸗ 2 S