nie, und nur manchmal beſuchte ſie gegen Abend eine Freundin auf ein Stuͤndchen. Heute hatte, zu ſeinem Ungluͤcke, der Oheim ſie ſelbſt zum Ausgehen ermahnt, da ſeine Schmerzen etwas nachgelaſſen hatten, aber kaum war ſie fort, als dieſe heftiger wieder kamen. Gieshuͤbel griff nach der ſilbernen Schelle, womit er ſeine Leute kom⸗ mandirte; aber ſie entſchluͤpfte ſeinen, vor Schmerz zitternden Haͤnden und rollte eine Strecke in der Stube fort. Umſonſt rief er jetzt: Johann! Chri⸗ ſtian! Heinrich! ſein Rufen verhallte in dem wei⸗ ten Hauſe, und jetzt ſchallten auch die Trommeln eines in die Stadt einmarſchierenden Regiments
in ſeine Ohren. Richtig, dachte er, nun ſind hiig
die Schlingel alle weggelaufen, um die Franzoſen einziehen zu ſehen, und du kannſt lange warten, bis ſich einer um dich bekaͤnmert. Und wer weiß wenn Julchen nach Hauſe kommt? wer weis in welcher Theegeſellſchaft ſie jetzt ſitzt. oder am Ende gar—. Er mochte den Gedanken nicht ausdenken. Der Commerzienrath war naͤmlich ſeiner Nichte nicht wenig gewogen, und manch⸗
mal ging er ſogar mit dem heroiſchen Plane um,
ſeinem vier und fuͤnfzigjaͤhrigen Junggeſellenſtande
zu entſagen und das zwanzigjaͤhrige Muͤhmchen


