Vernunft und Liebe, ſchriftgemäß und beſonders durch die veredelte Jugend eingeführt werden müß⸗ ten. Darum ſorgte er vorzüglich füͤr deren Aus⸗ bildung in zweckmäßigen Schulen. Jedoch beginnt er die Veredlung des Aeüſſerlichen auch bei ſich.
So vertauſchte er z. B.(am gten Oktober 1524) ſeine Mönchskutte mit einem Prieſterrock, wozu ihm ſein gnädiger Fürſt das Tuch geſchenkt hatte, und hielt in dieſem Kleide zum erſtenmal an genanntem Tage ſein kirchliches Amt. Dann übergab er das von allen Mönchen verlaſſene Au⸗ guſtinerkloſter zu Wittenberg ſeinem Landesherrn, welcher deſſen Einkünfte zu einem andern wohl⸗ thätigen Zweck beſtimmte. 4
Abermals war indeſſen das Feuer des Aufruhrs das bisher unter der Aſche fortgeglüht hatte, in mehreren Gegenden Deutſchlands wieder ausge⸗ brochen.
Bei dem harten Druck, unter welchem die Landleute fortwährend ſeufzeten, verwechſelten ſie die Freiheit der Gewiſſen und des Glaubens von der Tirannei geiſtlicher Herrſcher, mit der politiſchen, leiblichen Freiheit vom Zwange ihrer weltlichen Herrn. Luther that, was in ſeinen
Kräften ſtand, dieſem ſtets weiter greifenden Un⸗
weſen zu ſteuern. 3 Er durchreißte abermals die benachbarten Ge⸗ genden, predigte, vermahnte, ſtrafte überall
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