Haupturſache an allen bisher entſtan⸗ denen Verwirrungen. Indeſſen drang auch er auf Vollziehung des Wormſer Ediktes, wie⸗ wohl vergebens.
Das N. Teſtament war indeſſen erſchienen, bald als Volksbuch in aller Händen und jetzt ar⸗ beitete Luther an der Ueberſetzung des alten Te⸗ ſtamentes. Auch fühlte er ſchon längſt zu ſehr das Geiſtloſe, Mechan iſche der aäuſſeren Formen der Gottesverehrungen, um nicht auch hier ernſt⸗ lich auf Veredlung derſelben zu ſinnen. Er be⸗ gann mit Herausgabe mehrerer rrefflichen deut⸗ ſchen Kirchengeſänge,*) bei welcher ihn der chur⸗ ſächſiſche Kapellmeiſter Johann Walther, durch paſſende, herzerhebende Melodien eifrig un⸗ terſtützte. Mehrere Singweiſen ſind jedoch von Luther ſelbſt. Bei dieſem erſten Geſangbuche wa⸗ ren die bibliſchen Stellen, auf welche ſich die Ge⸗ ſänge bezogen, untergedruckt, die Singnoten aber ſtanden über den Worten.
Bei allen dieſen Verbeſſerungen ging er undef⸗ ſen von dem Grundſatze aus, daß ſie langſam, mit
*) unter dieſe Lieder gehören:„Komin heiliger Geiſt!“ „Wir glauben all' an einen Gott!“„Herr Gott, dich loben wir!“„Eine feſte Burg iſt unſer Gott!*⸗ „Aus tiefer Noth ſchrei' ich zu dir!“„Vater unſer im Himmelreich!“”“„Chriſt lag in Todesbanden! „O Herre Gott dein göttlich Wort u. ſ. w. 1


