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ihre Suͤnden ſeyen ihnen nicht eher vergeben, bis ſie Buße thäten und ihr Leben beſſerten. Zugleich verkündigte er von jetzt an in vielen ſeiner Predig⸗ ten die Lehre: Vergebung der Sünden könne nicht von Menſchen, ſondern nur von Gott ſelbſt, um⸗ ſonſt und aus Gnade denen Menſchen ertheilt wer⸗ den, welche ſich ernſtlich beſſern. Als Tetzel dieſe 1 Aeuſſerungen Luthers erfuhr, ſchalt er ihn einen Ketzer und zündete, um ſeine Gewalt anzuzeigen, ihn als ſolchen verbrennen zu dürfen, einen Schei⸗ terhaufen auf dem Markte zu Jüterbogk an. Lu⸗ ther verachtete dieſes marktſchreieriſche Beneh⸗ men, das er von einem ſo unſittlichen Menſchen wie Tetzel*) war, nicht anders erwarten konnte, und ſchlug, da indeſſen jenes Uebel ſtets mehr um ſich griff, am 31. Oktober 1517 fünf und neunzig Satze an die Schloßkirche zu Wittenberg gegen den Ablaßkram, worinn er ſeine Anſichten von der
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*) Tetzel war ſchon wegen Abſcheulichkeiten mancher Art, vom Kaiſer Maximilian 1. verurtheilt worden, zu Ins⸗ bruck geſäckt zu werden, allein auf die Fürbitte des Churfürſten von Sachſen, wurde jene Straſe in ein ewi⸗ ges Thurmgefängniß zu Leipzig verwandeit. Doch auch hier kam er durch Fürſprache des Churfürſten Albrecht von Brandenburg, Erzbiſchofs zu Mainz wieder frei, und wurde unter dem Schutze des letzteren,— Aezer⸗
2 richter und Ablaßprediger.


