der Kirche vor. Die Welt ſtaunte ihn an, die Beſſeren, von der ſiegenden Wahrheit gefeſſelt, pflichteten ihm bei; vor allen ſein Landesherr Churfürſt Friedrich der Weiſe. Damals geſchah es auch, daß er dem Wunſche ſeines Freun⸗ des Staupitz gemäß, die theologiſche Doc⸗ torwürde annehmen mußte,(1512) wobei ihm der Eid, welchen er hierbei leiſtete: Das Wort Gottesmänniglich zu vertheidigen, tief in ſeine Seele drang, und es von dieſem Augen⸗ blick an, lebendiger, dauernder Vorſatz bei ihm ward, dieſe Eidespflicht in ihrem vollſten Umfan⸗ ge zu erfüllen. So wuchs und leuchtete an Er⸗ kenntniß der Wahrheit und des reinen Chriſten⸗ thumes, Luther immer größer und herrlicher.
Chriſtliche Bemerkungen zu dem erſten Ab⸗ ſchnitte der Lebensgeſchichte Luthers.
1.
Schon Luthers Abkunft, auf welche wir hier zuerſt unſere Blicke richten, belehrt uns, daß nicht immer ein hoher, glänzender Stamm, auch edle, große Thaten erzeugt. Nicht ſelten verdunkelt der Hohe ſeine glänzende Herkunft durch niedere Thaten, und der Niedere adelt ſich und


