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Wie Luther lebte, lehrte und starb : ein Volksbuch für evangelische Christen zu dem bevorstehenden dritten Jubelfeste der Kirchenverbesserung / von G. Friederich
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Stadte Italiens, Mailand, Padua, Florenz be⸗ ſucht hatte, mit reichen Hoffnungen in Rom an⸗ Im hohen Glanze der Vorzeit, im Heiligenſchei⸗ ne der Gegenwart lag die Weltſtadt jetzt vor ſei⸗ nen Augen. Wie klopfte ſein Herz, wie eilte er zum Beſitz der erſehnten Genüſſe zu gelangen, die jetzt in mannigfaltiger Fülle ihn anſprachen! Aber wie täuſchte er ſich in dieſen Erwartungen. Je mehr er hier innern Gehalt, geiſtigen und ſittli⸗ chen Werth, von auſſerem Schimmer unterſchei⸗ den lernte, deſto ſchneller wandelte ſich ſeine Ehr⸗ furcht gegen den Papſt, deſſen Prieſter und Mön⸗ che in Gleichgültigkeit, und dieſe bald in die tiefſte Verachtung. Julius II. herrſchte damals auf dem Stuhle Peters, aber nicht als Frieden sfürſt, ſondern als ein blutiger Eroberer*) Dem Haupte ſtrebten die Glieder nach, und ſo kam es denn, daß keine, prunkloſe, werkthätige Frömmigkeit an jedem Orte der Chriſtenheit eher, als zu jener Zeit in Rom zu finden war. Das ganze Leben und Treiben der Geiſtlichen beſtand in mechani⸗ ſcher, geiſtloſer Thätigkeit, ohne die geringſte Spur von Andacht und frommer Erhebung. Auch Luther las in den Chriſtentempeln daſelbſt, Meſſe, aber nut zum Spotte der gewandten Mön⸗ che, die dem langſamen Deutſchen zuriefen: hur⸗

*) S. die Einleitung.

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