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besſchwachheit, Fleiſch eſſen zu dürfen. Zur glück⸗ lichen Beendigung dieſer doppelten Angelegenheit würde mit Staupitzens Zuſtimmung, Luther von den Obern des Ordens gewählt, denn auf ihm ruhte einmal das allgemeine Vertrauen. Er trat alſo im Jahre 1510 ſeine Reiſe nach Rom an und wurde zur Erreichung des letztern Zweckes mit zehn Dukaten verſehen. Welche Erwartungen hegte er nicht von dieſer heiligen Stadt, wie ſtrah⸗ lend im Heiligenſchimmer dachte er ſich den Papſt⸗ wie fromm und andachtglühend das äuſſere und innere Leben der Prieſter im Purpur wie im Bett⸗ lerkleide! Doch wurden je die blühenden Träume des Feuergeiſtes durch die trübe Wirklichkeit ver⸗ drängt, ſo war es hier. Schon bei ſeinem Ein⸗ tritt in Italien traf er an einem Freitage auf einen Kreis jubelnder Mönche, welche in allen Sinnengenüſſen ſchwelgend, ſich beſonders die Fleiſchſpeiſen wohlſchmecken ließen. Luther, ſchon auf geweihter Erde, wie er wähnte, verwieß den Schwelgern ihre muthwillige Uebertretung der
Regel, voll Feuereifers und erhielt dafür beinahe 3
den Tod zum Lohne. Nur das Mitleid des Thür⸗
hüters mit dem jungen Blute, entzog ihn den Dolchen der Mönche, die— Verweiß fürchtend— den unzeitigen Plauderer dem Untergange geweiht hatten. Zitternd und krank vor Schrecken ent⸗ floh er und kam, nachdem er die vorzüglichſten


