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Wie Luther lebte, lehrte und starb : ein Volksbuch für evangelische Christen zu dem bevorstehenden dritten Jubelfeste der Kirchenverbesserung / von G. Friederich
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für ihn, welchen das Studium der Gsttesgelahrt⸗

heit und in ihr vorzüglich der h. Schrift ihm ge⸗ währte. Darum munterte ihn auch Staupitz auf, der hierin ſeinen Geſchmack kannte, ſich im Pre⸗ digen zu üben, um auch in dieſem Zweige der Get lehrſamkeit ſeine Fortbildung nicht zu vernachläſ⸗ ſigen. Und dieſes war gerade das Feld, in wel⸗ chem vor Tauſenden wirkſam zu werden, ihm von Gott gegeben war. Der Ruf ſeiner Beredſam⸗ keit drang bald zu den Ohren des Rathes von Wit⸗ tenberg, der ihn zum Stadtprediger ernaͤnnte⸗ Luther wollte, in der Ueberzeugung: er ſey geiſtig und körperlich noch zu ſchwach zum Prediger, je⸗ ne Stelle nicht annehmen, allein Staupitz nö⸗ thigte ihn mit den Worten dazu: wenn es dich auch das Leben koſtete! unſer Herr Gott hat große Geſchäfte und bedarf darum auch kluger Leute. Jetzt war Luther in ſeiner rechten Sphäre, und bald e bielt durch ihn als Lehrer und Prediger die neu errichtete gelehrte Anſtalt zu Wittenberg einen ungewöhnlichen Glanz und immer ſteigen⸗ de Blüthe. Im Innern des Auguſtinerordens, dem er auch in Wittenberg angehörte, waltete indeſſen Zwiſt wegen Eintheilung der Sächſi⸗ ſchen Klöſter in gewiſſe Sprengel, der unpar⸗

theiiſch zu Rom entſchieden werden ſollte. Auch

wünſchten die Auguſtinermönche eine päpſtliche Vergünſtigung, gegen ihr Gelübde, bei höchſter Lei⸗