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Wie Luther lebte, lehrte und starb : ein Volksbuch für evangelische Christen zu dem bevorstehenden dritten Jubelfeste der Kirchenverbesserung / von G. Friederich
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die ſeinem unwürdigen Erwarb galt. Einſt hatte er ſchon manches Herz durch Geber und Lieder zu rühren geſucht; allein vergebens war ſein Streben.

Inbrünſtig ſang er von neuem; da öffnete theil⸗ nehmend die gefühlvolle Gattin Konrad Cottas ihm Haus und Herz, und er fand bei ihr Unter⸗ kunft und Pflege bis zu ſeinem Scheiden nach Er⸗ furt.

Dort bezog er im Jahr 1501 die hohe Schule, indem er ſich dem Willen ſeines Vaters gemäß, der Rechtswiſſenſchaft weihte. Schon ſeitdem Luther fühlen und denken konnte, dachte er auch mit frommer und froher Empfindung oft an Gott, begann und ſchloß jeden Tag mit andachtglühen⸗ dem Gebete. Sein Lieblingsſpruch in dieſer Be⸗ ziehung war: wohl gebetet iſt über die Hälfte ſtu⸗ diert! Unabläſſig war er beſchäftigt, ſich Vor⸗ kenntniſſe zu ſeinem künftigen Berufe zu ſammeln, und ſelten nur überraſchte ihn der Sonne Blick auf ſeinem nächtlichen Lager⸗

Seine Lieblingsbeſchäftigung waren Bücher, ſei⸗

ne Freude das Fortſchreiten in Erkenntniß jeder

Art. Bleich war darum auch das Ausſehen des Jünglings, aber feurig und escdegend ſein geiſtvoller Blick. Einſt, als er in dem Bücherſaale der Univer⸗ ſität ſich ſeinem gewohnten Geiſtesgenuſſe hingab⸗