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Wie Luther lebte, lehrte und starb : ein Volksbuch für evangelische Christen zu dem bevorstehenden dritten Jubelfeste der Kirchenverbesserung / von G. Friederich
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ſpäͤterhin ſogar Mitglied des Rathes ward. Hier wurde Luther, vorzüglich auf Betrieb ſeiner got⸗ tesfürchtigen Mutter, ſo früh zur Schule ange⸗ halten, daß ihn ſein Vater Anfangs noch auf den Armen hinein tragen mußte und dem Lehrer Schär⸗ fe in der Zucht empfahl. Dieſer kam auch dem erhaltenen väterlichen Auftrage ſo treu nach, daß Luther ſelbſt einmal geſteht: er ſey funfzehnmal hinter einander wacker geſtrichen worden⸗

Im vierzehnten Lebensjahre vertauſchte der

Knabe die niedere Schule in Mansfeld mit einer

höheren zu Magdeburg, wohin er an der Seite ſeines treuen Jugendfreundes Johannes Rei⸗ necke geſendet wurde, deſſen er noch in ſpäten Jahren, mitten im Laufe ſeines thatenreichen Le⸗ bens mit inniger Liebe gedenkt. So früh empfand

der Edle ſchon der Freundſchaft beſeligende Freu⸗

den.

In Magdeburg blieb er indeſſen nur ein Jahr, da der Ruf berühmter Lehrer, auf der Schule zu Eisnach, beſonders eines Johannes Trebo⸗ nius ſeinen Vater beſtimmte, den talentvollen Knaben ſeine Studien dort fortſetzen zu laſſen.

Wenn es ihm aber auch hier nicht an Geiſtes⸗ nahrung fehlte, ſo war dagegen für ſeine körperli⸗

chen Bedürfniſſe deſto weniger geſorgt. Im Schü⸗ lerchor mußte er vor den Häuſern ſingend ſein Brod verdienen, das von mancher Thräne befeuchtet ward⸗

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