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„Todt, todt!“ ſchrie das Weib mit der gan⸗ zen exaltirt maßloſen Leidenſchaftlichkeit der rohen Materie, die vom Bauer und Handwerker bis zur Créme der Geſellſchaft, bis zu den exkluſiven Regionen aller Lebensverhältniſſe hinanreicht.„Geſund und todt in vierundzwanzig Stunden durch eine wilde Beſtie von Pferd!“
Joſephine hatte den letzten ſo überaus proſaiſchen Zuſatz in dem Wehgeſchrei der Frau gar nicht gehört. Ihre Phantaſie ſchwang ſich in lichtvoller Befreiung zu dem Verklärten empor.„Nun biſt Du mein o Etienne!“ klang es mit Aeolsharfenton in ihr— „nun biſt Du mein und keine Margot, keine Houri des Paradieſes kann Dich mir rauben, denn unſere Seelen waren Eins vom erſten Lallen der Kindheit bis zu dem Tage der Trennung für dieſes Leben. Geleite mich Gott dereinſt in Deine ewige Heimath, o Du guter, Du beſter aller Menſchen, dem ich jemals Aug' in Auge geſchaut.“
„Du warſt ſein letzter Gedanke, ſein letztes Wort,“ ſchluchzte Barrot's Witwe in den abge⸗ brochenen Lauten des überwältigenden Schmerzes. „Ich habe ihm verſprechen müſſen, unſer kleines Töchterchen, das in der Taufe Deinen Namen er⸗


