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halten, Dir zu bringen, ſobald es dieſen lieben Namen lallen kann. Du ſollſt das Kind lieb haben, und ſeines Vaters dabei gedenken, läßt Etienne
Dich bitten— ach, gute Joſephine, ich bin wohl ein recht unvernünftiges ſtörriſches Weib geweſen gegen Dich und ihn— laß' das meine
kleine Joſephine nicht entgelten, damit ihr armer Vater doch Ruhe finde in ſeinem Grabe.“
„O Margot, wo wäre der Menſch, der nicht irrend und bereuend auf Gottes Vaterhuld und Gnade zu hoffen hätte,“ rief Joſephine, die Ver⸗ wandte ſtürmiſch in ihre Umarmung ziehend.„Komm Du Aermſte, die Du in ihm Dein Alles verloren, und nenne mich Schweſter und laß' mich Theil haben an Deinem, an Seinem Kinde. Ach, es drängt mich, dieſe Nacht noch an ſeinem Bettchen für den heimgegangenen Vater zu beten. Reich geſegnet und hoch begnadigt hat Gott die verein⸗ ſamte Tochter des Volkes; ſei Du gütig und lieb⸗ reich, wie Er. Laß' Deiner Joſephine eine zweite Mutter mich ſein, denn nimmer koſte ich ſonſt das Glück der Mutterliebe.“
Wenn Dir, Du geduldiger Leſer dieſer biogra⸗ phiſchen Skizze einer aus den untern Schichten des


