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und Freund, den edlen Legouvé allmälig in Geiſtes⸗ zerrüttung verfallen zu ſehen, und oft ſtand ſie, große Thränen in dem offenen ausdrucksvollen Auge, und fragte ſich: wozu, o Du allweiſer Gott, haſt Du uns empfänglich für das Schöne und für die Liebe gemacht, wenn Geiſt und Herz dadurch nur um ſo kränker werden?
Endlich kam das Publikum, dieſer Anfangs von der Schönheit der Mademoiſelle Georges eingeſchlä⸗ ferte, dann von dem Parteigebrüll der Journale übertäubte Löwe, der faſt Entmuthigten zu Hülfe. Sie hatte dem allgemein ausgeſprochenen Wunſche: beide Koriphäen des Theatre Frangais möchten häu⸗ figer, als es geſchehe, zugleich auf der Bühne ge⸗ ſehen werden, mit Hintanſetzung ihres Rollenmono⸗ pol's bereitwillig nachgegeben. Mademoiſelle Rau⸗ court, die ſich durch ihre Schülerin immer noch in den erſten Partieen zu behaupten wußte, theilte Joſephinen, die gewöhnlich von einer Confidente ge⸗ ſpielte Sabine in Corneille's Horaziern zu, während ſie die Camilla für ſich behielt. Wie aber Made⸗ moiſelle Duchesnois dieſe Rolle auffaßte, ſchien ſie dem aufmerkſamen Publikum unter der Scene zu wachſen. Es rief nach beendigter Vorſtellung die


