Gott gebe, daß wir einander niemals wieder begegnen, hieß der Wunſch, der in dem,Herzen ihrer Schweſter laut wurde. Dann bat ſie Emilien, ihre traurige Erzählung nun ohne Unterbrechung zum Schluß zu bringen.
„Der Herr Baron waren angekommen und der gnädige Herr hatte die letzten vierzehn Tage, welche an der anberaumten Büßungszeit fehlten, noch glücklich von meinem lieben Fräulein abge⸗ handelt. Sie verſprach, ihn Tags darauf zu em⸗ pfangen und war oder ſtellte ſich ruhig und heiter, nachdem ſie das Verſprechen gegeben.
„Allein welche grauſenvolle Nacht ſollte zwi— ſchen dieſem Heute und Morgen noch verſtreichen und welch' ein Morgen ſollten wir erleben!—
„Der Herr Oberſt hatten den Herrn Baron am Bahnhofe empfangen und kamen heiterer als ſeit lange gegen Abend nach Haus. Friedrich über⸗ gab ihm einen Brief, der von weit her, ich glaube gar aus dem Schweizerlande gekommen, und als der gnädige Herr ihn geleſen, da war das Unge⸗ witter da. Mit einem Auge, wie ich es ſo ſchreck⸗ lich in meinem ganzen Leben noch nicht an ihm geſehen, trat er zu meiner jungen Herrſchaft in


