Teil eines Werkes 
2. Th. (1862)
Entstehung
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trauiſchen Blick auf ihn, und beſann ſich augen⸗ blicklich, das fahle Geſicht ſchon irgendwo geſehen zu haben; nur wo war ihr nicht ſogleich erinner⸗ lich. Sie wollte noch einmal ihrem überhaupt ſehr dankbaren Perſonengedächtniß zu Hülfe kommen und ſich überzeugen, allein der junge Mann hatte die Thür wieder herangezogen, ſomit war jedes Zö⸗ gern und Umſchauen vergeblich.

Als unſere Tänzerin das kleine ſaubere Dach⸗ ſtübchen betrat, aus dem ſo manches Prachtſtück ihrer Garderobe hervorgegangen, traf ihr erſter Blick auf eine in Trauer gekleidete Frauengeſtalt. Näher tretend erkannte ſie das Kammermädchen des Fräu⸗ lein von Hartenſtedt in der Trauernden, die ihr als eine Verwandte der Geſchwiſter Leutner vorgeſtellt wurde. Das Mädchen brach in Thränen aus, ſobald auch ſie Henrietten erkannte, deren raſche Frage nach Doris mit dem alle Hoffnung brechendentodt beantwortet wurde.

Beinahe eine Stunde verging, ehe die Wo⸗ gen des Schmerzes von Seiten Henriettens ſowohl als der treuen Dienerin einer unbeſchreiblich gelieb⸗ ten Herrin ſoweit ſich ebneten, daß es zu Frage und Erzählung kommen konnte. Und doch ſchien dieſe