Teil eines Werkes 
2. Th. (1862)
Entstehung
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monatlichen Urlaub keinen Gebrauch gemacht. Sie erbat ſich jetzt drei Monate, entſagte dagegen ihrem Urlaub für nächſten Sommer und opferte gern und willig die Hälfte ihrer Gage für die drei in Rede ſtehenden Urlaubsmonate. Das namentlich machte die Intendanz nachgiebig gegen die Wünſche ihrer gefeierteſten Solotänzerin.

Die Koſenell reiste alſo und kehrte nach Ver⸗ lauf dreier Monate mit der reſignirenden Hoffnung zurück, Doris und Lothar nun vermählt oder we⸗ nigſtens verſöhnt und mit den Vorbereitungen zum Polterabend beſchäftigt zu finden. Gegen die Qual, welche den Entſchluß ihrer Abreiſe geweckt, war dieſer Gedanke ein wahrer Aeolsharfenton. So lei⸗ denſchaftlich auch das junge Mädchen ihren Milch⸗ bruder liebte, ſo ſelbſtlos war doch wiederum dieſe Liebe, ſobald ſie ſich überzeugt, daß Doris und nur ihr Beſitz allein das Glück ſeines Lebens machen könne.

Kaum hatte Henriette ein paar Stunden ſich ausgeruht, ſo fuhr ſie nach der St. Annenvorſtadt in das öde abgelegene Gäßchen, wo die Geſchwiſter Leutner wohnten. Keine Nacht ſollte in der ihr ſo peinlichen Ungewißheit verſtreichen, ſie wollte Er

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