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mit keinem Worte des Vorwurfs oder der Klage Henrietten geſtraft. Allein er mied ſie ſeit der Stunde ſeines letzten Beſuches bei Doris gänzlich, und be⸗ antwortete ein paar Billetchen, die ſie, irgend einen Vorwand aufgreifend, ihm ſchrieb, ſo höflich kalt, daß das unglückliche Mädchen jenen doch aus reiner Liebe gethanen Schritt faſt bereute. Endlich erfuhr ſie durch Bertha Leutner, die eine Verwandte von Doris Kammermädchen war, Lothar's Verbannung aus dem Hauſe ſeiner Braut. Nur von ſeiner in dieſen Tagen ebenfalls erfolgten Abreiſe erfuhr ſie nichts. Sie hätte in die Erde ſinken mögen vor Kummer und Scham über dieſen traurigen Erfolg ihrer Einmiſchung in Lothar's Schickſal und hätte ſich etwas Entſetzlicheres kaum denken können, als ihm vielleicht zu begegnen, in ſeinem vorwurfvollen Auge, in ſeinen gramerfüllten Zügen ihre Anklage zu leſen und dabei— Bejaderen Dienſt thun, auf die Sinne wohl mehr als auf den Kunſtſinn einer ſchauluſtigen Menge wirken zu müſſen, während viel⸗ leicht in der bekannten Loge im Theater der theure ewig geliebte Mann im Herzen ſie verwünſchte. Henriette hatte, von ihrem Herzen gefeſſelt, während des vergangenen Sommers von ihrem zwei⸗
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