Teil eines Werkes 
1. Th. (1862)
Entstehung
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Unglück das flüchtige Glück einer heißen Stunde er

kaufen.

Das ſind die beſten Männer nicht, Die an dem Weibe mäckeln, Und was ein Gott ſo weiſe ſchuf, 8 Auf niedre Weiſe deuteln. Der gute Menſch, der edle Mann Uebt Nachſicht gegen Schwache, Der Selbſtling nur, der eitle Wicht, Er ſieht im Aug' den Balken nicht Verdammend ohn Erbarmen.

O, kenntet ihr des Weibes Herz,

Den reichen Schatz an Liebe!

Verſchwendern gleich vergeudet ihr

Des Schatzes edle Perlen.

Ihr ſtreuet ſtatt der Perlen klar

Der Thränen bittre Saaten;

Streut Täuſchung aus und wundert euch,

Wenn Täuſchung keimt, wenn ſtarr und bleich Des Weibes Herz ward Leiche.

Der ſtolze Mann, das ſtolze Weib

Ergänzen ſich durch Liebe.

Der Haß verzehrt, die Liebe hebt. Gott gleich den Erdenwaller.

VWas ſtreitet ihr und müht euch ab,

Dem Herrn Geſetze gebend?