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Veredelt euch, veredelt uns Durch Zähmung eurer Schwächen. Auf Berg und Thal, in Wald und Flur, In jeder Stimme der Natur, Da ſpricht ein Gott der Liebe. 1* 8 4* O, könntet ihr die Thränen zählen, Die unſern Augen ihr entlockt! Und könntet ihr die Schmerzen ſehen, Das Leid, das quälende verſtehen, Das Gott durch euch uns auferlegt. Des erſten Traumes Jugendglühen, Dcer erſten Liebe Frühlingsglück— Entblättert ihr mit kaltem Hohne, 2* Naubt uns des Lebens Blütenkrone, 4 Den Glauben an des Mannes Herz.
Du, mein Lothar, darfſt kühn Dein Haupt er⸗ heben, darfſt an Deine Bruſt ſchlagen und rufen: ich danke Dir, Gott, daß ich nicht bin wie dieſe! — Nimm meinen Dank Du edler, reiner Menſch, Du treues Herz, das ich lieben durfte, wie der aus⸗ geſtoßene Engel das in ſeiner Erinnerung lebende
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