Teil eines Werkes 
1. Th. (1862)
Entstehung
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Frühling und Herbſt, reines Erz und unlautere Schlacke. Wären alle Männer wie Du, es gäbe keine Frauenverächter, denn wer Anders demoraliſirt das Weib als wir? Ja wir, die wir die Stimme der Natur in ihnen wecken, nur um dieſe an ſich geheiligte Stimme zu unſerem Vortheil zu benutzen, um durch die Sprache der Liebe ihr Herz zu täu⸗ ſchen, ihre Vernunft einzuſchläfern und dafür ihre Sinne zu wecken. Wären alle Männer wie Du, es gäbe keine käufliche Liebe vom Brillantſchmuck bis zu dem verfluchten Goldſtück, daß den ſtolzen, edlen, ehrenhaften Mann wie eine glühende Kohle in der Hand brennen ſollte. Hier iſt einer von jenen Fäl⸗ len, wo Geben wahrlich nicht ſeliger macht, als Nehmen, denn das arme Ding, dasnimmt, wird unter hundert Fällen ſicher neunundneunzig Mal eine ſchon verlaſſene Geliebte oder ein rath⸗ und familienloſes Geſchöpf ſein, daß durch heuchelnde Bethörung den Weg des Laſters betreten es weiß kaum wie. O Lothar, Lothar! wären wir Alle wie Du die Welt wäre doch ſchön und die Liebe waltete noch als ſchützender Genius über den Bewohnern dieſer ſchönen Erde. Welch' ein Wahnſinn, welch' eine

Feigheit, daß wir von dem Weibe Schutz gegen