Teil eines Werkes 
1. Th. (1862)
Entstehung
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velhaften Stimmung Seraphinen feſter umſchlingen wollte, begegnete ich einem kalten aber vorwurf⸗ freien Auge. Halb ernüchtert halb beſchämt ſtam⸗ melte ich einige Worte von Liebe, und verwirrte mich wie ein Schulbube im Examen.

Seraphine hatte ſich mit einer leichten Bewe⸗ gung meinem Arme entwunden. Es iſt gut, ſagte ſie, ſich mir gegenüber gerade unter ein Madon⸗ nenbild nach Murillo ſetzend, daß endlich zwiſchen uns zur Sprache gekommen, was Ihnen und mir vielleicht ſchon lange auf dem Herzen gelegen. Gott behüte Sie, Herr von Warrenberg, daß Sie eine Frau in Ihr Haus führen, die Sie nicht liebt und niemals lieben wird. Ich bin ein armes von meiner Hände Arbeit lebendes Mädchen, und könnte ohne Gottes Kraft und ohne mein tägliches Gebet viel⸗ leicht ſo gut wie eine Andere zu dem begehrten Ja und zu einer Heuchelei verführt werden, die mich zu einer vornehmen Frau, Sie aber wahrlich zu keinem glücklichen Gatten machen würde. Sie ſagen, daß Sie mich lieben, und ich will Sie nicht zum Lügner machen, obgleich Sie mich doch im Ganzen nur wenig kennen. Ich aber, Herr von Warren⸗ berg, ich habe mich ſchon lange ernſtlich geprüft,