Teil eines Werkes 
1. Th. (1862)
Entstehung
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daß ich Sevaphinen häufig allein traf und ihrer Unterhaltung mich erfreute. Ihre Aehnlichkeit mit dem einzigen Mädchen, das ich jemals geliebt, ihr natürlicher Verſtand und namentlich die ſchuldloſe Unbefangenheit, womit ſie meine Beſuche geſchehen ließ, ohne mich auch nur zu einem annähernden Schritt zu ermuthigen dieß Alles machte mir das Mädchen werth. An jenen heilloſen, mich mehr als ſie entehrenden Schritt, den ich geſtern Abend gethan, dachte ich nicht entfernt. Seraphine war mir dazu zu lieb, wie eine Schweſter trotz ihrer Schönheit.

Da kam die unſelige Reiſe. Angelika's Schuld wenn ich ihren Fehltritt ſo nennen darf weckte den Dämon des Zweifels an jeder weib⸗ lichen Tugend mit fanatiſcher Stärke in mir. Ich kehrte zurück, ſuchte Seraphinen mit einem von Bitterkeit und Hohn überquellenden Herzen auf und mein Unſtern wollte, daß ich ſie allein fand. Zum erſten Male, ſeit ich bei ihr ein und aus⸗ gehe, näherte ich mich ihr ſo weit, daß ich ihre

Hand erfaſſen, dann ihre Tallle umſchlingen und

ſie an mich ziehen konnte. Als ich das Heiligſte der Liebe den Kuß entweihen und in dieſer fre⸗