Teil eines Werkes 
3. Bd. (1855)
Entstehung
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Stelle für Sie ſuchte, da war ich's, die den Bruder be⸗ ſtimmte, Sie zu uns zu nehmen. Denn Traugott frug mich Ihretwegen, und er ſelbſt hatte Bedenken, er meinte, Sie wären zu alt, um noch bei uns zu lernen. Ich aber erbat Sie für uns. Seit der Stunde nannte Sie der Bruder im Scherz meinen Lehrling. Ich war's, die Ihrem Vater verſprach, hier im Hauſe für Sie zu ſorgen. Ich war ſelbſt noch ein unerfahrenes Kind, und das Vertrauen des fremden Herrn machte mich glücklich. Ihr Vater, der würdige alte SHerr, wollte bei uns ſein Sammtkäppchen nicht aufſetzen, das ihm aus der Taſche guckte, bis ich es ihm herauszog und auf die weißen Locken drückte; damals dachte ich, wird mein Lehr⸗ ling auch ſo hübſche Locken haben? Und als Sie zu uns kamen und Allen gefielen, und der Br der Sie den beſten unter den jüngeren Herren nannte, da war ich ſo ſtolz auf Sie, wie nur Ihr guter Vater hätte ſein können. Anton ſtützte ſich auf das Pult und verbarg ſeine Augen mit der Hand.

uUnd an jenem Tage, wo Fink Sie beleidigt hatte, und damals nach der Waſſerfahrt, da verletzte mich nicht nur, daß er ſich ſo gewaltthätig benommen hatte, ſondern mein Herzeuskummer war auch, daß er gerade Sie, meinen getreuen Lehrling, in ſolche Gefahr brachte. Und weil ich immer empfand, daß Sie ein wenig mir gehörten, bat⸗ ich 3 den Bruder, Sie auf der gefährlichen Reiſe mitzunehmen; ich wußte Sie bei ihm und fühlte mich nicht ganz von ihm gettennt. Auch für mich haben Sie in der. Fremde gearbeitet, Wohlfart, und als Sie in der Schre⸗ 4 ckensnacht unter Feuer und Waffenlärm auf den Fracht:

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