Teil eines Werkes 
3. Bd. (1855)
Entstehung
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trat an das Fenſter.

328 Sie ſich erholen, die Frauen ſollen beſſer für Sie ſorgen, als

ſie bisher gethan. Wohlfart beklagt ſich über dich, Sabine. Er ſieht blaß und angegriffen aus. Du und die Tante, Ihr

dürft ſo etwas nicht leiden.

Sabine antwortete nichts.

Ich muß fort, Herr Schröter, ſprach Anton feſt, morgen reiſe ich ab.

Und wollen Sie Ihren Freunden nicht ſagen, weßhalb dies ſo plötzlich ſein muß? frug der Kaufmann ernſthaft.

Sie wiſſen, weßhalb. Ich habe mit meiner Vergan⸗

genheit abgeſchloſſen. Ich habe bis jetzt ſchlecht für meine

Zukunft geſorgt, denn ich bin in der Lage, mir in der Fremde als Dienender erſt Zutrauen und gute Geſinnung erwerben

zu müſſen. Ich bin auch an Freunden ſehr arm geworden.

Von allen Menſchen, welche mir lieb ſind, muß ich mich entfernt halten auf Jahre, auf lange Zeit. Ich habe einige Urſache, mich allein zu fühlen, und da ich mein Leben von Neuem geſtalten muß, ſo ſoll das ſo bald als möglich ge⸗ ſchehen, denn jeder Tag, den ich hier verlebe, iſt fruchtlos, er macht meine Kraft geringer und die nothwendige Tren⸗ nung ſchwerer. So ſprach er mit tiefer Bewegung; die Stimme bebte ihm, aber er verlor nicht ſeine ruhige Haltung. Er trat auf Sabine zu und faßte ihre Hand.In dieſer letzten Stunde ſage ich Ihnen, in Gegenwart Ihres Bruders, was zu hören Sie nicht beleidigen kann, weil Sie auch das

ſchon längſt wiſſen. Die Trennung von Ihnen ſchmerzt

mich mehr, als ich ſagen kann. Leben Sie wohl. Jetzt übermannte ihn die Rührung, er wandte ſich ſchnell ab und

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