Teil eines Werkes 
3. Bd. (1855)
Entstehung
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Hemden brauchſt du nicht zu nähen, wenn du das Wirth⸗

ſchaftsbuch nicht führen willſt, ſo läßt du es bleiben. Und wenn du deinen Söhnen zuweilen im Eifer einen Backen⸗ ſtreich giebſt, er wird unſerer Brut nicht ſchaden. Alſo ich denke, du giebſt dich. 1

Lenore ſchwieg, aber ſie drückte ſich feſt an ſeine Bruſt.

Fink zog ſte fort.Komm zur Mutter, rief er.

Ueber das Bett der Kranken beugten ſich Fink und Le⸗ nore. Um das bleiche Geſicht der Mutter flog ein heller Schein, als ſie die Hände auf das Haupt des Mannes legte und ihm ihren Segen gab.

Sie iſt weich und noch immer ein Kind, ſagte ſie zu dem Manne.In Ihren Händen, mein Sohn, liegt es, eine gute Frau aus ihr zu machen!

Sie trieb die Kinder aus dem Zimmer.Geht zum Va⸗ ter, bat ſie,führt ihn dann zu mir und laßt uns allein.

Als der Freiherr neben ſeiner Gemahlin ſaß, zog die Baronin ſeine Hand an ihre Lippen und ſprach leiſe:Heut will ich dir danken, Oscar, für viele Jahre des Glücks, für aall deine Liebe.

Armes Weib! murmelte der Blinde.

Was du erfahren und gelitten haſt, fuhr die Baronin fort,das haſt du erfahren und gelitten für mich und mei⸗ nen Sohn, und Beide laſſen wir dich allein zurück in einer freudeloſen Welt. Dir ſollte das Glück nicht werden, dei⸗

nen Namen in der Familie zu vererben. In deinem Haus

biſt du der Letzte, welcher den Namen Rothſattel trägt. Der Freiherr ſtöhnte.

8Aber der Ruf⸗ den wir hinterlaſſen, ſoll ohne Flecken ſein, 7