Teil eines Werkes 
3. Bd. (1855)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

.y4

und ſo lange bitten, bis Sie mich erhören. Wenn Sie mir

entlaufen, reiſe ich Ihnen nach, und wenn Sie Ihr ſchönes

Haar abſchneiden und in ein Kloſter fliehen, ich ſprenge die Mauern und hole Sie heraus. Habe ich nicht um Sie ge⸗ worben, wie der Taugenichts im Märchen um die Königs⸗ tochter? Um Sie zu gewinnen, ſtolze Lenore, habe ich Sand in Gras verwandelt, und mich ſelber in einen ehrbaren Haus⸗ wirth. Dieſe Wunderthaten haben Sie verſchuldet. Darum, geliebte Herrin, ſeien Sie geſcheidt und quälen Sie uns nicht durch mädchenhafte Launen.

O ehren Sie dieſe Launen, rief Lenore in Thränen ausbrechend.In der Einſamkeit dieſer Wochen habe ich jede Stunde mit meinem Schmerz gerungen. Ich bin ein armes Mädchen, das jetzt die Pflicht hat, für ihre leidenden Eltern zu leben. Die Mitgift, welche ich in Ihre Zukunft bringen würde, heißt Krankheit, Trübſinn und Hilfloſtgkeit.

Sie irren, unterbrach ſie Fink ernſt.Unſer Freund / 2

hat für Sie geſorgt. Er hat zwei Schurken ins Waſſer ge⸗

jagt und die Schulden Ihres Vaters bezahlt; dem Freiherrn 4

bleibt ein hübſches kleines Vermögen, alle Noth iſt zu Ende,

und Sie ſelbſt, Trotzkopf, ſind gar keine ſchlechte Partie,

wenn Ihnen daran etwas liegt. Der Brief, den Sie in der Hand halten, ruinirt Ihre Philoſophin

Lenore ſtarrte auf das Cousert 6. u Brief von ſich weg.Nein, rief ſie außer ſich. Wi mmer zerriſſen an Ihrem Herzen lag, damals etee a, ich ſollte Kraft gewinnen auch Ihnen ge r. And jeden Tag

fühle ich, daß ich Ihnen gegenr K te Kraft habe, keine

Ueberzeugung und keinen Willen. Was Sie ſagen, erſcheint IMII. 21 4