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Fink hielt ſie durch eine Handbewegung zurück und ſagte ſcherzend:„Ich ſehe Sie hausmütterlich mit Scheere und Nadel beſchäftigt. Wer iſt der Glückliche, für den Sie dieſe keilförmigen Stücke zuſammennähen?“
Lenore erröthete wieder:„Das iſt Frauenarbeit, und ein Herr darf danach nicht fragen.“..
„Ich weiß doch, der Fingerhut ſteht ſonſt nicht in Ihrer Gunſt,“ ſagte Fink gutmüthig.„Iſt es denn nöthig, liebes Fräulein, daß Sie ſich die Augen verderben?“
„Ja, Herr von Fink,“ erwiederte Lenore in feſtem Tone, „es iſt nöthig und es wird nöthig ſein.“
„Ei, ei,“ rief Fink kopfſchüttelnd und ſtützte ſich gemäch⸗ lich auf eine Stuhllehne.„Glauben Sie denn, daß ich Ihre geheimen Feldzüge mit Nadel und Scheere nicht ſchon längſt gemerkt habe? Und dazu Ihr ernſtes Geſicht und die wahr⸗ haft glorreiche Haltung, mit der Sie mich dreiſten Knaben behandeln. Wo iſt das Katzenſopha? Wo iſt die brüderliche Offenheit, die ich nach unſerm Vertrage erwarten durfte? Sie haben unſer Abkommen ſchlecht gehalten. Ich ſehe deutlich, mein guter Freund iſt geneigt, mich aufzugeben, und
zieht ſich mit beſtem Anſtande zurück. Aber geſtatten Sie
auch mir die Bemerkung, daß Ihnen das ſchwerlich etwas nützen wird. Sie werden mich nicht los.“
„Sein Sischohm Herr von Fink,“ unterbrach ihn Lenore in hefeiz ang;„machen Sie mir nicht noch ſchwerer, masltchatz) muß. Ja, ich bereite mich vor, von hier zu ſche 1, u emeen auch von Ihnen.“
„Sie weige n ſie lſoxthier bei mir auszuhalten?“ ſagteFink mit gefurchter Stii„Wohlan, ich werde wiederkommen
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