Teil eines Werkes 
3. Bd. (1855)
Entstehung
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wie er ſo da ſaß, fiel das Licht der Straßenlaterne in ſein Geſicht. Es war in dieſem Augenblick ein freundliches liebes Geſicht, etwa wie das Ihrige und noch mehr wie das der Frau Baronin, ſoweit ich dieſes geſehen habe.

Auch der Blinde ſtreckte die Hände aus und ſuchte die Fauſt des Aufladers. Sturm ſchob die Schnitzbank vor, faßte mit ſeiner Rechten die Hände des Freiherrn und ſtrei⸗ chelte ſie mit der Linken. So ſaßen Beide ſtumm neben einander.

Endlich begann der Freiherr mit gebrochener Stimme: Sie ſind der letzte Menſch geweſen, der meinem Eugen Freund⸗ lichkeit bewieſen hat ich danke Ihnen, ich danke Ihnen von Herzen. Es iſt ein unglücklicher zerſchmetterter Mann, der Ihnen das ſagt. Aber ſo lange ich noch auf dieſer Erde lebe, werde ich den Segen des Höchſten für Sie erflehen. Es ſollte nicht ſein, daß mein Sohn mir in meinen alten Tagen den wankenden Schritt ſtützte, Ihnen aber hat der

Himmel einen guten Sohn erhalten. Was ich von Friede g hn erh

und Glück für meinen armen Eugen wünſchen würde, das, flehe ich zu Gott, ſoll Ihrem Sohne werden.

Sturm fuhr ſich über die Augen und umſchloß gleich darauf wieder die Hände des Freiherrn. So ſaßen die Väter wieder ſtumm neben einander, bis der Freiherr ſich mit einem Seufzer erhob. Behutſam faßte Sturm den Arm des Blinden und führte ihn über Hof und Anger bis auf die Rampe des Schloſſes. Jetzt iſt ein Weg zu der Thurmthür aufgeſchüttet, er hat eine Vormauer von großen Quaderſteinen, und man kann zu Fuß und zu Wagen 3

zie Thurmthür erreichen. Und Sturm zieht den Draht einer