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Schlupfwinkel. Sein Gefühl für die Handlung erhielt durch die letzten Ereigniſſe eine Wärme, welche die Handlung ver⸗ anlaßte, ihm gegenüber ungewöhnliche Vorſicht zu beobach⸗ ten und einige große Geſchäfte zurückzuweiſen, die er jetzt durchaus mit ihr unternehmen wollte. Die natürliche Folge dieſer Kälte war, daß Tinkeles um ſo höhere Achtung vor der Klugheit des Geſchäfts erhielt und fortfuhr, dem Comtoir ſeine Beſuche e zu gönnen, ohne daß eine neue kühne Specula⸗ tion das gute Verhältniß unterbrach. Das Haus des Pin⸗ kus wurde verkauft, ein ehrlicher Färber zog hinein, und von der Galerie, an welcher einſt die hagere Geſtalt des jungen Veitel gelehnt hatte, hing jetzt blau und ſchwarz gefärbtes Garn hinunter bis in die trübe Fluth.
Nach langen Verhandlungen mit dem Anwalt und der gedrückten Familie Ehrenthals empfing Anton im Wege des Vergleichs die Ehrenſcheine und die letzte Hypothek gegen Zahlung der zwanzigtauſend Thaler zurück.
Unterdeß kam der Subhaſtationstermin des Familien⸗ gutes heran. Noch vor dem Termin ſuchte ein Kaufluſtiger Anton auf, und Anton traf mit ihm unter Zuziehung ſeines Rechtsbeiſtands und mit Einwilligung des Freiherrn das Ab⸗ kommen, daß der Käufer im Termin wenigſtens eine Kauf⸗ ſumme zu bieten habe, welche dem Freiherrn auch die letzte für Ehrenthal ausgeſtellte Hypothek rettete. Bei dem noch immer niedrigen Güterpreiſe war eine höhere Verkauf⸗ ſumme für das Gut nicht zu hoffen, und im Termin, deſſen
Ende Anton in großer Spannung abwartete, erſtand der
neue Käufer in der That das Gut zu dem vorher beſproche⸗ nen Preiſe.


