Teil eines Werkes 
3. Bd. (1855)
Entstehung
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7.

Die Herberge des Löbel Pinkus wurde durchſucht, das geheime Magazin im Nebenhauſe mit Beſchlag belegt; und da man die Beute zahlreicher alter und neuer Diebſtähle darin angeſammelt fand, wurde der Herbergsvater ſelbſt ins Gefängniß geſetzt. Unter den gefundenen Gegenſtänden war auch die leere Caſſette des Freiherrn; in einem ver⸗ ſchloſſenen Schrank der geheimen Höhle lagen zuſammen⸗ gepackt AKes cheine des Freiherrn undadie Kide Hy⸗ pothekeninſttlmeſt über die erſten und Ne letzten zwan⸗ zigtauſend Thaler Glen In der Wohnung des Agenten Itzig fand ſich Document, in welchem Pinkus verſicherte, daß Veitel Itzig Eigenthümer der erſten Hypothek ſei. Der harte Sinn des Pinkus wurde durch die Unter⸗ ſuchungshaft erweicht;, er geſtand, was zu leugnen er nicht mehr großes Intereſſe hatte, daß er nur im Auftrage des Er⸗ trunkenen dem Freiherrn das Geld gezahlt, und daß dieſer in der That von Itzig nicht mehr als zuſammen ungefähr zehntauſend Thaler erhalten habe. So gewann der Freiherr auch ſein Anrecht an die Hälfte der erſten Hypothek zurück.

Pinkus wurde zu langer Gefängnißſtrafe verurtheilt. Die ſtille Herberge ging ein, und Tinkeles, der das zweite Hundert gleich nach Itzigs Tode von Anton gefordert hatte, trug fortan ſein Bündel und ſeinen Kaftan in einen andern