Denn der da ſteht, er iſt verflucht vor dem Herrn. Ver⸗ flucht!“ ſchrie er und ballte die Hände und wankte wie ra⸗ 6 ſend auf Itzig zu.
Itzigs Geſicht wurde fahl, er verſuchte zu lachen, aber ſeine Züge verzogen ſich in grimmiger Angſt. Da wurde ſchnell die Thür aufgeriſſen, ſein Laufburſche ſah ängſt⸗ lich herein. Itzig warf nur einen Blick auf den Knaben, und er wußte Alles, was der Andere ihm ſagen wollte. Er war entdeckt, er war in Gefahr. Er ſprang zur Thür und war verſchwunden.
Lege deinen Brautſchmuck ab, ſchöne Rofalie, wirf das goldene Armband mit Türkiſen in die finſtere Ecke des Hau⸗ ſes, wo der Moder an den Wänden ſitzt und nie ein Licht⸗ ſtrahl auf Gold und Edelſteine blitzt. Die Steine ſollen verbleichen und das Gold unſcheinbar werden im Laufe der Jahre, die Kelleraſſeln ſollen in den Gliedern des Arm⸗ rings ihr Lager aufſchlagen und durch das goldene Ketten⸗ gelenk ſchlüpfen. Langbeinige Spinnen werden darüber krie⸗ chen und werden ihre Röhre daran ſpinnen, um einfältige Fliegen in der Finſterniß zu überraſchen. Wirf das Arm⸗ band weit weg von dir, denn jeder Gran Gold daran iſt durch eine Schurkerei bezahlt. Zieh dein hochzeitlich Gewand aus und hülle deinen ſchönen Leib in Trauerkleider, und von den Blumen in deinem Haar pflücke die Blätter ab und wirf
ſte hinaus in die Nacht, dem kalten Nachtwind zum Spiele.
Sieh ihnen nach, wie ſie im Lichtſcheine des Fenſters flat⸗ teern und in dem Dunkel verſchwinden; ſte fallen hinab in den Schmutz der Straßen, und der Fuß der Vorübergehen⸗
den bedeckt ſie mit Schlamm. Du wirſt keine Verlobung,
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