Teil eines Werkes 
3. Bd. (1855)
Entstehung
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Was du heut ſchön biſt, Roſalie, mein einziges Kind. Aber Roſalie war zu ſehr gewöhnt an dieſe Huldigungen der Mutter, ſie achtete wenig auf das Lob und neſtelte unwirſch an einem Armband, welches auf ihrem vollen Arm durch⸗ aus nicht feſthalten wollte.Daß der Itzig mir Türkiſe ge⸗ kauft hat, war wieder recht unpaſſend von ihm, er hätte auch wiſſen können, daß ſie nicht in der Mode ſind.

Sie ſind gut gefaßt, ſagte die Mutter beruhigend,es iſt ein ſchweres Gold, und die Facon iſt nach dem neuſten Geſchmack. 4

Und wo bleibt Itzig? Heut ſollt' er doch kommen zur rechten Zeit; die Familie wird da ſein, und der Bräutigam wird fehlen, fuhr Roſalie ſchmollend fort.

Er wird zur Stunde kommen, antwortete Itzigs Pa⸗ tronin, du weißt, wie er ſich müht und arbeitet, damit du ein glänzendes Haus machen kannſt. Du biſt glücklich, ſchloß ſte ſeufzend.Du trittſt jetzt in das Leben, und wirſt eine angeſehene Frau. Ihr werdet nach der Trauung zuerſt auf einige Wochen nach der Reſidenz reiſen, wo der Itzig dich vorſtellen wird meiner Familie, und wo Ihr mit einander in aller Ruhe die Flitterwochen verleben könnt. Unterdeß werde ich Euch dieſes Quartier einrichten, und ich werde hinauf⸗ ziehen in den obern Stock. Ich werde den Reſt meines Lebens den Ehrenthal pflegen und mit ihm ſitzen in der leeren Stube.

Soll der Vater heut in die Geſellſchaft kommen? frug Roſalie.

Es muß ſein wegen der Familie, daß er hereinkommt; er muß als Vater den Segen über Euch ſprechen.

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