Teil eines Werkes 
3. Bd. (1855)
Entstehung
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„Ich kann ſeinen Zuſtand noch nicht für gefährlich halten,“ ſagte er,„ſeine Füße ſind geſchwollen, und das mag ſich wieder geben, aber das unthätige, ſitzende Leben iſt für dieſen ſtarken Körper ſo ungeſund, und ſeine Diät iſt ſo ſchlecht, daß die ſchnelle Entwickelung einer gefährlichen Krankheit leider ſehr wahrſcheinlich iſt.“

Anton ſchrieb dies ſogleich an Karl und fügte hinzu: „Unter dieſen Umſtänden macht mir der Glaube Deines Va⸗ ters, daß er ſeinen funßzigſten Geburtstag nicht überleben wird, große Sorge. Am beſten wäre, wenn Du ſelbſt um dieſe Zeit her kommen könnteſt.“

Seit Anton dies an Karl geſchrieben, war längere Zeit vergangen, er hatte unterdeß den Kranken täglich beſucht. In dem Befinden Sturms war keine auffallende Aenderung eingetreten, aber er hielt hartnäckig an ſeinem Entſchluß feſt, den Geburtstag nicht zu überleben. An einem Morgen kam der Bediente in Antons Zimmer und meldete, der Auf⸗ lader Sturm wünſche ihn dringend zu ſprechen.

„Iſt er kränker?“ frug Anton erſchrocken,„ich gehe ſogleich zu ihm.“

„Er iſt ſelbſt mit einem Wagen vor der Thür,“ ſagte der Diener. Anton eilte vor das Haus. Dort hielt ein Fuhrmannswagen, über das Weidengeflecht waren große

Tonnenreifen geſpannt und über dieſe eine weiße Decke gezo⸗ gen. Ein Zipfel der Leinwand ſchlug ſich zurück und der Kopf des Vater Sturm fuhr mit einer ungeheuern Pelzmütze heraus. Der Rieſe blickte auf Anton und die Hausknechte, welche ſich um den Wagen drängten, von der Höhe herunter, wie der große Knecht Ruprecht auf die erſchrockenen Kinder.