Teil eines Werkes 
3. Bd. (1855)
Entstehung
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„Er kommt zum Frühjahr,“ ſagte Anton und ſah prü⸗ fend auf den Vater.

Der Alte ſchüttelte wieder den Kopf:„Zum Frühjahr wird er nicht kommen, zu mir nicht; es iſt möglich, daß mein kleiner Zwerg dann herkommt, aber zu ſeinem Vater nicht mehr.“ Er ſetzte den Bierkrug an und that einen langen Zug, klappte den Deckel zu und räuſperte ſich kräftig; dann ſah er Anton mit einem entſchloſſenen Blick an und drückte die Fauſt als Stempel auf den Tiſch.„Funßzig,“ ſagte er,„noch vierzehn Tage, dann kommt's.“

Anton legte ſeinen Arm um die Schultern des Alten und ſah fragend den Andern ins Geſicht, welche ihre Cigarren in der Hand hielten und vor der Gruppe ſtanden, wie ein griechiſcher Chor in der Tragödie.„Sehen Sie, Herr Wohlfärt,“ begann der Chorführer, der, als Menſch be⸗ trachtet, groß, als Rieſe kleiner war, denn ſein Oberſter: „das will ich Ihnen erklären. Dieſes Mannes Meinung iſt, daß er ſchwächer wird, und daß er immer ſchwächer werden wird, und daß in einigen Wochen der Tag kommt, wo wir Auflader eine Citrone in die Hand nehmen müſſen und einen ſchwarzen Schwanz an unſere Hüte ſtecken. Solches iſt unſer Wille nicht.“ Alle ſchüttelten den Kopf und ſahen mißbilli⸗ gend auf ihren Oberſten.„Es iſt nämlich ein alter Streit zwiſchen uns und zwiſchen ihm wegen der funßzig Jahre. Jetzt will er Recht behalten, das iſt das Ganze, und unſere Meinung iſt, daß er nicht Recht hat. Er iſt ſchwächer ge⸗ worden, dieſes iſt möglich. Manchmal hat Einer mehr Kraft, manchmal weniger. Was braucht der Mann aber deßhalb daran zu denken, dieſen Platz zu verlaſſen? Ich will Ihnen ſagen,