Teil eines Werkes 
3. Bd. (1855)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

— 281—

„Ja,“ erwiederte Anton,„und ein alter Freund dazu.“

„Dieſe Stimme kenne ich,“ rief es haſtig hinter dem Tiſch hervor.

Anton trat näher an das Licht, die Auflader erhoben ſich und riefen laut ſeinen Namen. Vater Sturm fuhr auf ſeiner Bank bis auf die äußerſte Ecke und hielt Anton beide Hände entgegen.„Daß Sie hier ſind, wußte ich ſchon durch meine Kameraden. Daß Sie geſund zurückgekommen aus dieſem Lande, von dieſen Senſenmännern und von dieſen Schrei⸗ hälſen, welche ihre Tonne mit Sauerkraut in der Stube ſtehen haben, dieſes iſt mir eine angenehme Freude.“ Antons Hand ging zuerſt in die Hände des alten Sturm über, der ſie kräf⸗ tig drückte und dann wieder zurecht ſtreichelte, und dann in die Hände der fünf andern Männer, und kam wieder heraus, geröthet, aufgelaufen, im Gelenk erſchüttert, ſo daß Anton ſie ſogleich in die Rocktaſche ſteckte. Während die Auflader einer nach dem andern ihre Begrüßungen mit Anton aus⸗ tauſchten, frug Sturm plötzlich dazwiſchen:„Wann kommt, mein Karl?“

„Haben Sie ihm denn geſchrieben, daß er kommen ſoll?“ frug Anton.

„Geſchrieben?“ wiederholte Sturm kopfſchüttelnd,„nein, dies habe ich nicht gethan, von wegen ſeiner Stellung als Amtmann darf ich es nicht thun. Denn wenn ich ihm ſchreibe: Komm, ſo würde er kommen, und wenn eine Mil⸗ lion Senſenmänner zwiſchen ihm und uns aufmarſchirt wäre,

aber er könnte dort nöthig ſein bei den Herrſchaften. Und deßwegen, wenn er nicht von ſelber kommt, ſoll er nicht kommen.“