— 60—
Anſpruch auf Finderlohn. Freie Station für mich und mein Pferd, ſo lange ſie hier Krieg ſpielen.“
„Er wird deinen Vorſchlag annehmen,“ erwiederte An⸗ ton,„obgleich ich ihm abgerathen habe.“
„Du?“ frug Fink;„ja, das ſieht dir ähnlich. Wenn eine ertrinkende Maus ſich an ein Holzklotz klammert, du hältſt ihr eine Rede über das Drückende moraliſcher Ber⸗ pflichtungen und ſchleuderſt ſie ins Waſſer zurück.“
„Du biſt nicht ſo unſchuldig, wie ein Holzklotz,“ ſagte Anton wider Willen lachend.
„Höre,“ fuhr Fink fort,„ich habe keinen Ueberfluß an Sentimentalität, aber in dieſem Fall würde ich es doch nicht für freundſchaftlich halten, wenn du mich mit einer Strafrede erbauen wollteſt. Iſt dir's denn ſo unangenehm, wenn ich dir helfe, eine verrückte Zeit durchzumachen?“
„Ich kenne dich lange genug, du Schelm,“ ſagte Anton, „um zu wiſſen, daß deine Freundſchaft für mich an deinem Arnerbieten vielen Antheil hat.“
„Wirklich?“ ſpottete Fink,„und wie aroß war dieſer Antheil? Es iſt eine nichtsnutzige Zeit, man mag ſo tugend⸗ haft handeln, als nur irgend möglich, man wird ſo lange ſecirt, bis die Tugend ſich unter dem Meſſer der Bosheit in Egoismus verwandelt.“
Anton ſtreichelte ihm die Wangen.„Ich ſecire nicht,“ ſagte er.„Du haſt ein großartiges Anerbieten gemacht, und ich bin nicht mit dir unzufrieden, wohl aber mit mir. In der erſten Freude über deine Ankunft habe ich dir über die Verhältniſſe des Freiherrn und über den ſtillen Kummer der Frauen mehr mitgetheilt, als ſich mit meiner Pflicht vertrug, ich
4 *


