Teil eines Werkes 
3. Bd. (1855)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

ſagte der Förſter zum Fenſter tretend,„dieſe macht den Schatten.“

„Unſinn,“ entgegnete Fink,„der Strohhut macht ihn, der das Haar des Fräuleins verſteckt, von den goldenen Lo⸗ cken ging das Licht aus.“

Sie traten aus dem Hauſe, der Förſter verſchloß die Pforte, in entgegengeſetzter Richtung entfernten ſie ſich von der Hütte.

Lenore eilte nach Hauſe, der Zeiſig ſang, die Amſel pfiff, ſte achtete nicht darauf. Sie ſchalt ſich, daß ſte die Schwelle des Förſterhauſes betreten hatte, und doch konnte ſie nicht aufhören, daran zu denken. Der Fremde machte ſie unruhig und unſicher. War er frech, weil ihm nichts heilig war? War er nur ſo übermüthig ſicher? Mußte ſie ihm zürnen, oder war das Gefühl von Angſt nur die Thorheit eines un⸗ erfahrenen Mädchens: das frug ſie ſich unaufhörlich, ach und ſie fand keine Antwort!

Als Anton gegen Abend dem Schäfer eine Beſtellung auftragen wollte, war weder Karl noch ein Bote zu finden, und da die Heerde in keiner großen Entfernung vom Schloſſe trieb, ſo ging Anton ſelbſt in dem Wege, welcher nach dem Brennereigute führte, auf den Schäfer zu. Er war nicht wenig verwundert, als er auf den letzten Aeckern an der Straße ſeinen Freund Fink zu Pferde entdeckte, Karl und den Vogt geſchäftig in ſeiner Nähe. Fink ritt wie ein Kunſt⸗ reiter kurze Strecken in Galopp, die Andern trugen ſich mit ſchwarz⸗ und weißbemalten Stangen, die ſie in den Bo⸗ den ſteckten und wieder herausriſſen. Und dabei ſah Karl durch ein kleines Fernrohr, das er über ſeiner Stange