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die Menſchen am beſten kennen, wenn man ſie in ihren Pfählen ſieht.“.
„Es muß ein großes Glück ſein, ſo vieles Verſchiedene zu ſehen,“ rief Lenore.
„Nur im Anfange fällt das Verſchiedene mächtig in die Seele. Wenn man allerlei Volk beobachtet hat, ſo iſt die letzte Empfindung, daß die Menſchen einander überall ſehr ähnlich
ſind. Etwas Unterſchied in der Hautfarbe und andern Zu⸗
thaten, aber Liebe und Haß, Lachen und Weinen findet der Reiſende allerwegen, und dieſe Dinge ſehen überall ziemlich gleich aus. Es ſind jetzt zwanzig Wochen, da war ich ein halbe Erde von hier entfernt in der Holzhütte eines Ameri⸗ kaners auf öder Grasſteppe. Es war nicht anders als hier. Wir ſaßen an einem dicken Holztiſch wie dieſer, und mein Wirth ſah dem alten Herrn hier ſo ähnlich, wie ein Ei dem aandern. Und gerade wie hier fiel das Licht der Winterſonne durch die kleinen Fenſter.— Und wenn die Männer noch mehr haben, was ſte unterſcheidet, die Frauen vollends ſind in der Hauptſache überall dieſelben. Nur in einer Kleinigkeit ſind ſie verſchieden.“ „Und was iſt dieſes?“ frug der Förſter. „Etwas mehr oder weniger reinlich,“ ſagte Fink nach⸗ läſſig.„das iſt der ganze Unterſchied.“. Lenore erhob ſich empört, mehr über den Ton, als die Worte.„Es wird Zeit, daß ich zurückgehe,“ ſagte ſie kalt und band den Strohhut auf.
„Da Sie aufſtehen, verſchwindet der Glanz aus der
Stube,“ rief Fink.
„Es iſt nur eine kleine Wolke vor die Sonne gelufen 64
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