Teil eines Werkes 
3. Bd. (1855)
Entstehung
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der Frühling wie ein durchſichtiger Hauch, die goldgelben

Ruthen ſtrotzten von Saft, und aus den geſchwollenen Knos⸗ pen brachen die erſten Blätter hervor. Auch der Sand war

ihr heut kein Aerger, ſie ſchritt mit leichtem Fuß über den

breiten Gürtel, der den Wald umgab, und eilte auf dem Fuß⸗ wege durch die Kiefern dem Förſterhauſe zu. Im Walde tummelte ſich mit Geſchrei und Brummen die kleine Thier⸗ welt. Wo eine Gruppe Laubbäume unter den Nadeln ſtand, tönte jedesmal der kräftige Schlag des Finkenhahns, oder das eifrige Gezwitſcher eines neuvermählten Paares kleiner Waldvögel, welche mit einander zankten, auf welchem Zweig ſie ihr Neſt in dieſem Jahr erbauen wollten. In ihrem ſchwarzen Küraß ſchnurrten die Käfer um die Knospen der Birke, zuweilen ſummte eine wilde Biene, die früh aus dem Winterſchlaf aufgeflogen war, auch die braunen Schmet⸗ terlinge flatterten ſchon über den Beerenſtrauch, und wo der Grund tiefer war, leuchteten im Schatten die weißen Sterne der Anemone und gelbe Himmelſchlüſſel. Lenore nahm den Strohhut ab und ließ die warme Luft um ihre Schläfe ziehn, mit tiefen Zügen athmete ſie den Duft des Waldes ein, der um die jungen Stämme der Föhren ſchwebte. Oft ſtand ſie ſtill und horchte auf die Stimmen in ihrer Nähe, ſie ſah in das zarte Laub der Bäume und ſchlug mit der Hand auf die

weiße Rinde einer Birke, ſie ſtand an dem murmelnden Quell vor dem Förſterhaufe und fuhr liebkoſend in die klei⸗

nen Fichten am Zaun, welche gedrängt und regelmäßig wie Bürſtenhaare ſtanden. Ihr war, als hätte ſie den Wald noch nie ſo lebendig geſehen. Die Hunde im Hofe des För⸗

ſters bellten wüthend, ſie hörte den Fuchs mit ſeiner Kette

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