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„Sieh',“ fuhr Anton fort,„in einer wilden Stunde habe ich erkannt, wie ſehr mein Herz an dem Lande hängt, deſſen Bürger ich bin. Seit der Zeit weiß ich, weßhalb ich in dieſer Landſchaft ſtehe. Um ums herum iſt für den Au⸗ genblick alle geſetzliche Ordnung aufgelöſt, ich trage Waffen zur Vertheidigung meines Lebens, und wie ich hundert An⸗ dere mitten in einem fremden Stamm. Welches Geſchäft auch mich, den Einzelnen, hierher geführt hat, ich ſtehe jetzt hier als einer von den Eroberern, welche für freie Arbeit und menſchliche Cultur einer ſchwächern Race die Herrſchaft über dieſen Boden abgenommen haben. Wir und die Sla⸗ ven, es iſt ein alter Kampf. Und mit Stolz empfinden wir, auf unſerer Seite iſt die Bildung, die Arbeitsluſt, der Cre⸗ dit. Was die polniſchen Gutsbeſitzer hier in der Nähe ge⸗ worden ſind— und es ſind viel reiche und intelligente Män⸗ ner darunter— jeder Thaler, den ſie ausgeben können, iſt ihnen direet oder indirect durch deutſche Intelligenz erworben. Durch unſere Schafe ſind ihre wilden Heerden veredelt, wir bauen die Maſchinen, wodurch ſie ihre Spiritusfäſſer füllen; auf deutſchem Credit und deutſchem Vertraun beruht die Geltung, welche ihre Pfandbriefe und ihre Güter bis jetzt gehabt haben. Selbſt die Gewehre, mit denen ſie uns jetzt zu tödten ſuchen, ſind in unſern Gewehrfabriken gemacht, oder durch unſere Firmen ihnen geliefert. Nicht durch eine ränkevolle Politik, ſondern auf friedlichem Wege, durch unſere Arbeit, haben wir die wirkliche Herrſchaft über dieſes Land gewonnen. Und darum, wer als ein Mann aus dem Volk der Eroberer hier ſteht, der handelt feig, wenn er jetzt ſeinen Poſten verläßt.“


