Teil eines Werkes 
3. Bd. (1855)
Entstehung
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eine ſonore Männerſtimme neben ihr. Erſchrocken ſah Lenore

ſchen ſahen neugierig auf die ſchlanke Geſtalt, welche neben ihnen trabte und als Vedette vorritt, wie ſie. Bei der Be⸗ wunderung, mit welcher ſie nach dem Fräulein ſchauten, exer⸗ eirten ſie ſchlecht, und Karl hatte viel zu tadeln.Das Fräu⸗ lein macht's am beſten! rief in der Pauſe einer der Neu⸗ dorfer, die Bewunderer ſchwenkten die Hüte und brachten ihr ein Hoch aus. Lenore verneigte ſich und zwang den Pony zu einigen anmuthigen Beinbewegungen. Aber die Freude dauerte nicht lange, denn Anton kam über das Feld herüber und trat neben das Fräulein.Es iſt wirklich nicht gut, ſagte er leiſe, im Ernſt erzürnt über ihre kriegeriſche Thä⸗ tigkeit,Sie ſetzen ſich einer dreiſten Bemerkung aus, die gewiß nicht böſe gemeint iſt, die Sie aber doch verletzen würde. Hier iſt kein Ort für Ihre Reitkunſt. Sie gönnen mir auch keine Freude, erwiederte Lenore aufgebracht und warf den Pony zur Seite. So tummelte ſie ihr Pferd allein, ließ es in der Nähe eines großen Birnbaums Volten machen und grollte in der Stille mit Anton.Wie unzart, daß er mir das ſagt,

dachte ſie,der Vater hat Recht, er iſt ſehr proſaiſch. Da⸗

mals, als ich ihn zuerſt ſah, war es auch auf dem Pony, da gefiel ich ihm beſſer, damals waren wir beide Kinder, aber ſein Weſen war rückſichtsvoller. Der Gedanke ſchoß ihr durch die Seele, wie glänzend, ſchön und leicht das Leben früher geweſen war, und wie herb die Gegenwart. Und wäh⸗ rend ſie darüber träumte, ließ ſte das Pferd eine Achte nach der andern machen.

Nicht übel aber mehr Fauſt, Fräulein Lenore, rief