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der drei Heerſchaaren voranmarſchirte. Auch Anton hatte ſich unter das Commando des Förſters geſtellt. Als Lenore ihn aus dem Hauſe treten ſah, befahl ſte, den Pony zu ſatteln.
„Ich will zuſehen,“ ſagte ſie zu Anton.
„Aber nur zuſehen, gnädiges Fräulein,“ bat dieſer.
„Schulmeiſtern Sie nicht,“ rief ihm Lenore nach.
Am Rande des Waldes war der Exereirplatz. Der För⸗ ſter hatte ſich aus alten Erinnerungen und nach mehrfachen Berathungen mit dem Freiherrn ein Commando gebildet welches ungefähr ausreichte, die Leute zu dem zu bringen, was er wollte und Karl führte ſeine Gsradron mit einem Feuer, welches die Mängel in der Führung und in den Lei⸗ ſtungen erſetzen mußte. An der Seite war ein Kugelſang aufgeworfen, und Karl hatte mit dem Reſt ſeiner Oelfarbe eine Scheibe gemalt, auf welcher ein Drache mit drei Schwän⸗ zen und ſechs Beinen zwar rothes Feuer ſpie, aber wenn man von d dieſer Familienunart abſah, wieder durch die Gutmü⸗ thigkeit verſöhnte, mit der er ſein großes Herz den Schützen darbot. Es wurde eine Zeitlang marſchirt, geſchwenkt, ab⸗ gebrochen und zuletzt geladen. Luſtig knallten die blinden Schüſſe in den Wald. Lenore ſah den Uebungen von Wei⸗ tem zu, endlich konnte ſie der Luſt nicht widerſtehen, die Schwenkungen der Reiter mitzumachen; ſie trabte an die Züge heran und ſagte leiſe zu Karl:„Nur ein Paar Angen⸗ blicke.“
„Wenn's aber Herr Wohlfart ſeehta frug Karl ebenſo.
„Er wird's nicht ſehen, erwiederte Lenore lachend. So ſtellte ſte ſich mit dem kleinen Pferd in die Reihe. Die Bur⸗ III.— 3
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