Teil eines Werkes 
3. Bd. (1855)
Entstehung
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in der Hand, die Augen auf den Boden geheftet, vor ihr ſtehn. Karl trat zu ihm.Nun, Blaſius, was Neues aus der Schenke? 3

O nichts, erwiederte der Burſch in dem melodiſchen Tonfall, mit dem der Pole ſein gebrochenes Deutſch ſpricht, Bauer ſitzt und trinkt und iſt luſtig.

Sind Fremde hier, iſt Jemand von Tarow gekommen?

Nichts, ſagte Blaſius.Niemand iſt da, als dem Wirth ſeine Muhme iſt gekommen, das Judenmädel, die Re⸗ becca. Dabei ſah er unverrückt Lenore an, als die Herrin, der er ſeine Meldung zu machen habe. Lenore trat zum Tiſch, goß ein Glas voll und reichte es dem Burſchen. Glückſelig nahm der ſchmucke Junge das Glas, wandte ſich zur Seite, trank ohne abzuſetzen aus, ſetzte das leere wieder auf den Tiſch und neigte ſich wieder auf Lenorens Knie, Alles mit einem Anſtand, um den ihn ein Prinz hätte beneiden kön⸗ nen.Sie dürfen keine Furcht haben, redete er in plötz⸗ licher Begeiſterung das Fräulein an,Keiner im Dorfe thut Ihnen was, wer ſich gegen Sie wagt, den ſchlagen wir todt.

Lenore erröthete und ſagte, auf Anton ſehend:Du weißt, ich fürchte mich nicht, am wenigſten vor Euch, und der Amtmann verabſchiedete den Kundſchafter mit dem Auf⸗ trag, in einigen Stunden wiederzukommen.

Beim Herausgehen ſagte Lenore zu Anton:Wie gut ſeine Haltung iſt. 9 Er war bei der Garde, erwiederte Anton,und iſt

nicht der Schlechteſte im Dorfe, aber ich bitte Sie doch, ſich anicht zu ſehr auf die Ritterlichkeit des ehrlichen Blaſius und

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