Teil eines Werkes 
3. Bd. (1855)
Entstehung
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reiten und ihn lachend fragen:Sie ſehen ſo mürriſch aus, mein Herr, wiſſen Sie, daß Ihnen das gar nicht gut ſteht? Es gefällt mir nicht, daß Sie ſo wild ſind, erwiederte

Anton. Lenore wandte ſich ſchweigend ab, übergab das

Pferd einem Knecht und ging ärgerlich nach dem Schloß zurück.

Seit der Zeit verzichtete ſie auf die Theilnahme an den Uebungen, aber ſie fehlte niemals, wenn die bewaffnete Macht ſich verſammelte; dann ſah ſie ſehnſuͤchtig von Weitem zu. Und wenn Anton nicht zugegen war, ſuchte ſie doch heimlich mit Karl auf die⸗Nachbardörfer zu reiten, oder ſie revidirte wohl auch auf ihren Spaziergängen aus eigener B Begeiſterung die Fanale, ſie ſtrich allein durch Feld und Wald, mit einem

Taſchenterzerol bewaffnet, und war glücklich, wenn ſie einen

Wanderer anhalten und ausfragen konnte.

Auch darüber machte ihr Anton Vorſtellungen.Die Gegend iſt unſicher, ſagte er;wie leicht, daß Ihnen ein Strauchdieb etwas zu Leide thut. Und iſt's kein Fremder, ſo ſind's vielleicht gar Leute aus dem Dorfe.

Ich fürchte mich nicht, ſagte dann Lenore,und die Männer aus rm Dorfe thun mir nichts. Und in der

ein Anderer. Sie allein wurde von Jedem, auch heſten, hr rerbietig in polniſcher Weiſe gegrüßt; ſo oft ihre hohe Geſt alt durch die D Dorfgaſſe ſchritt, neigten ſich die Männer herab bis an ihr Knie, und die Weiber liefen an die Fenſter und ſahen ihr bewundernd nach.

Lenore mit heißen Wangen in ſeiner Nähe hielt, damit er ſie anrede, da ſchwieg er, und Lenore ſelbſt mußte an ihn heran⸗

dſſie mit dieſen beſer fertig zu werden, als Anton