Teil eines Werkes 
3. Bd. (1855)
Entstehung
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regung wurde ihr ein wilder Genuß, dem ſie ſich leidenſchaft⸗ lich hingab. Sie war den ganzen Tag im Freien, im rau⸗ heſten Wetter lief ſie in ihren Halbſtiefelchen zwiſchen dem Schloß und Wirthſchaftshof auf und ab, als Adjutant des Vaters oder als Parteigänger auf eigene Fauſt. An der Thür der Schenke wurde ſie in dieſer Zeit ſo oft geſehen, wie der ärgſte Schlemmer des Dorfes, denn täglich hatte ſie von dem Wirth und ſeiner Frau etwas zu hören. Seit Karl den Huſarenrock trug, behandelte ſie ihn mit kameradſchaftlicher Vertraulichkeit, und wenn er mit dem Förſter verhandelte, ſo beugte auch Lenorens Haupt ſich zur vertraulichen Bera⸗ Manche Stunde ſaßen die Drei im Kriegsrath zu⸗ in Karls Stube, oder auf dem Hofe; mit Achtung hörten die Männer auf den muthigen Rath des Fräuleins und verfehlten nicht, ihre Anſicht zu erbitten, ob es rathſam ſei, dem Ignaz, Gottlieb oder Blaſius aus dem Dorfe ein Gewehr anzuvertrauen. Vergebens bat und ſchalt die Ba⸗ ronin in die kriegsluſtige Tochter, vergebens ſuchte auch An⸗ ton ihr zu wehren. Denn ſo ſehr Anton ſelbſt im Eifer war, ſo wenig gefiel ihm dieſelbe Stimmung am Fräͤulein. Wieder erſchien ſie ihm zu dreiſt und h an; dann ſchmollte ſte ein weni Intereſſe vor ihm zu verbergen, aber ſie änderte ſich deßhalb nicht. Sie wäre ſo gern mit ihm nach Neudorf und Kunau gegangen, um auch bei den Nachbarn Krieg zu ſpielen, aber Anton, ſonſt über ihre Begleitung ſo glücklich, proteſtirte jetzt eifrig dagegen, ten am Ende des Dorfes umkehren.

thung. ſammen,

g und ſuchte ihr kriegeriſches

An dem Tage, wo die erſte Uebung der Gutswehr ſein

eftig, und er deutete ihr das

und das Fräulein mußte auf ſeine Bit⸗

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