den Boden erhob, die Fenſter deſſelben durch ſtarke Holzver⸗
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raum eingeſchloſſen und darin an die Mauer des Hauſes ein offener Schoppen angelehnt, wo Flüchtlinge oder die Pferde der Einquartierung im Nothfall auf kurze Zeit ein Obdach finden konnten. Da der Unterſtock des Hauſes ſich hoch über
ſchläge geſchützt waren, und da alle Eingänge des Hauſes in dem neuen Hofraum lagen, ſo war der Zugang für Unberu⸗ fene ſo viel als möglich erſchwert. Der Schloßbrunnen lag außerhalb dem eingezäunten Hofe, mitten zwiſchen dem Wirth⸗ ſchaftshof und dem Schloſſe, deßhalb wurde ein großer Waſ⸗ ſerbottig in das Schloß geſtellt und alle Morgen neu gefüllt. Auch von Rosmin kam Nachricht. Der Schloſſer er⸗ ſchien nach einigen Tagen auf wiederholte Bitten, um die Thüren in der Thurmhalle und im Hofzaun zu beſchlagen und mit ſtarken Riegeln zu verſehen. Er brachte kriegeriſche Grüße von dem Bürgercapitän und die Nachricht, daß ein Commando Infanterie in die Stadt eingerückt ſei.„Es ſind der Soldaten nur wenige,“ ſagte er,„und auch wir Schützen haben ſchweren Dienſt.“ 4
„Und was habt Ihr mit Eurem Gefangenen gemacht d frug Anton.
Der Schloſſer fuhr ſich hinter das Ohr und rückte ſeine Mütze, als er kleinlaut antwortete:„Alſo, Sie wiſſen noch nichts? Gleich in der erſten Nacht kam eine Botſchaft von den Feinden, wenn wir ihnen nicht den Edelmann auf der Stelle wieder herausgäben, würden ſie mit voller Macht an⸗ rücken und unſere Scheuren abbrennen. Ich ſprach dagegen, und unſer Capitän auch, aber wer eine Scheuer hatte, fing an zu lamentiren, und ſo kam's, daß ſich die Stadt mit dem
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