Teil eines Werkes 
3. Bd. (1855)
Entstehung
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und Patrouillen in einen Zorn gegen fremde Waden gerieth, den er ſonſt an ſeinem jüngern Gefährten oft beknurrt hatte. Aller Gedanken waren auf gefährliche Werkzeuge gerichtet, was das Gut von Mordwaffen beſaß, wurde hervorgeſucht. Ach, die Geſinnung war vortrefflich, aber die Schaar war klein, es fehlte an dienſtthuender Mannſchaft. Dagegen war der Stab ausgezeichnet. Da war zuerſt der Freiherr ſelbſt, zwar Invalide, aber für alle Theorie ſchätzbar, dann Karl und der Förſter, als Führer der Reiter und des Fußvolks, und Anton, nicht zu verachten in der Intendantur und im Feſtungsbau..

Der Freiherr verließ jetzt täglich ſein Zimmer, um in der Mittagsſtunde Kriegsrath zu halten, er beſprach die Ein⸗ übung der Bauerwehr, er hörte Berichte über die Bewegun⸗ gen der Umgegend an und ſandte Boten nach den deutſchen Kreiſen. Ein Schimmer von militäriſchem Stolz glänzte auf ſeinem Geſicht, er ſchalt gutmüthig die Angſt ſeiner Ge⸗

mahlin, ſprach ermunternde Worte zu den Deutſchen, welche

ihm nahe kamen, und drohte allen Uebelgeſinnten im Dorf,

ſie ſofort bis auf Weiteres einzuſtecken und auf Waſſer und

Brod zu ſetzen. Dem ganzen Hof war es beweglich anzu⸗

ſehen, als der blinde Herr hoch aufgerichtet mit einer Mus⸗

kete in der Hand da ſtand, um dem Förſter einige Griffe zu

zeigen, und dann das Ohr auf ihn zu hielt, um aus dem

Anſchlag der Hand zu erkennen, ob der Andere ihn recht ver⸗

ſtanden. Auch Anton umgürtete ſein Herz mit dem Panzer

kriegeriſchen Zornes; er heftete eine Cocarde auf die Mütze,

und ſeine Rede erhielt einen Anflug von militäriſcher Strenge;

er trug ſeit dem Tage von Rosmin ungeheure Waſſerſtiefeln,