Teil eines Werkes 
1. Bd. (1855)
Entstehung
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Sie reichte ihm die Hand hin, Fink beugte ſich tief auf die kleine Hand und drückte einen Kuß darauf. Segen über Ihre Zukunft, ſagte Sabine am ganzen b Körper bebend.Wenn Sie eine Stunde hatten, wo Sie 3 gern unter uns waren, ſo denken Sie in der Fremde daraau. Wenn Sie in dem deutſchen Bürgerhaus, in dem Tu 84 meines Bruders je etwas gefunden haben, was Ihnen hhen⸗ 3 werth erſchien, o ſo denken Sie in der Fremde daran. In⸗ dem großartigen Leben, das Sie erwartet, unter den mäch⸗

tigen Verſuchungen, in dem wilden Kampf, den Sie führen werden, denken Sie niemals gering von unſerer Art zu ſein. 8 Sie hielt die Rechte über ſein Haupt, wie eine Mutter, welche. angſtvoll den ſcheidenden Liebling ſegnet...

Fink hielt ihre Hand feſt. Beide ſahen einander ſtumm 1

in die Augen, Beide mit erblichenen Wangen. Endlich rief* Fink mit tiefem Tonfall ſeiner anelodiichin Stimme:Leben 3 Sie wohl!

Leben Sie wohl! ſagte das Mädchen leiſe, ſo leiſe, 4

doß Fink kaum die Worte verſtand. Er ſchritt langſam uͤber die Thürſchwelle, ſie ſah ihm unverwandt nach, wie man einer Erſcheinung nachſteht. Als der Kaufmann nach dem Schluß des Geſchäfts in 1 das Zimmer ſeiner Schweſter trat, flog ihm Sabine entge⸗ gen, drückte ſich feſt an ihn und legte ihren Kopf an ſeine Bruſt.Was haſt du, Mädchen? frug der Bruder beſorgt und ſtrich ihr das Haar von der feuchten Stirn. 8 Fink war bei mir, rief Sabine ſich erhebend, nich habe mit ihm geſprochen. 4 Worüber? Hat er dir einen Antrag geſnce 8

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